Taijiquan Sächsische Schweiz

Yang Stil-Bagua Taijiquan

Die Legende erzählt, der große Taijiquan-Meister Yang Lu Chan wurde von dem Bagua Zhang-Meister Dong Hai Quan eines Tages zum Kampf herausgefordert. Doch beide hätten sich nur kurz in Kampfposen gegenübergestanden, ihre ungeheuere Kraft schien sogar von ihrer Bewegungslosigkeit auszugehen: „ …als würde der Wind nur kurz den Bambus streifen.“ Beide verneigten sich daraufhin tief voreinander und es heißt, dass sie seitdem ihre Erfahrungen in den Künsten "brüderlich" miteinander teilten.Eine andere Legende berichtet sogar von einem 3-Tage-währenden Kampf der im Unentschieden und in der Verbrüderung der beiden ausging...

Soweit die Legenden. Historisch überliefert ist dabei die Tatsache, dass ein paar der talentiertesten Schüler von beiden Meistern lernen konnten, die durch ihre "Bruderschaft" verbunden waren.  Einer der wenigen dieser großen Talente ist Meister Wu Junshan gewesen, denn er lernte seit seiner Kindheit sowohl vom Bagua Zhang-Meister Dong Hai Quan, als auch bei dem Taijiquan-Meister Yang Lu Chan. So soll Meister Wu Junshan (ca. 1868-1945) von beiden die Form des Yang Stil-Bagua Taijiquan übermittelt bekommen haben, die nur einem sehr engen ausgewählten „inneren Schülerkreis“ (tudi´s) weitergegeben wurde. Meister Wu Junshan wurde später an die Akademie für Nationale Kampfkünste nach Nanjing eingeladen (1928-1936). Dort konnte er diese Form einigen wenigen Studenten und dem Vizepräsidenten der Akademie, dem Meister Zhang Xiang Wu weitergeben. Meister Li Suiyin aus Xian, ist der jüngste noch lebende Meisterschüler von Zhang Xiang Wu.

Er wurde mit 8 Jahren sein Schüler und lernte bei ihm das Yang Stil Bagua-Taijiquan, sowie auch Xingyiquan, Bagua Zhang, Bajiquan & Kun Wu-Schwert. So wurde er durch seinen Lehrer und seiner mittlerweile über 60jährigen Praxis zu einem profunden Kenner seltener und originaler nordchinesischer Kampfkünste, aber auch der Heiltechniken des Qi Gong und der daoistischen und buddhistischen Meditation. Meister Li Suiyin ist heute laut dem chinesischen Taijiquan Fach-Buch „Yang Shi Taijiquan San Pu Hui Zhen“ (Umfassendes Kompetendium zum Yang Stil-Taijiquan in 3 Bänden) von Lu Di Min (2008) der einzige noch lebende Vertreter dieser Yang Stil-Form und der Linie von Wu Junshan.

Erst in den 90er Jahren des letzten Jahrhunderts entschloss er sich diese Form öffentlich zu unterrichten, um somit eine wahre Kostbarkeit des Taijiquan nicht verloren gehen zu lassen und einem breiteren Interessentenkreis zugänglich zu machen. 2004 nahm er erstmals eine Einladung nach Deutschland, genauer nach Dresden an und kommt seit 2005 einmal jährlich, um Interessierte auf einem „Camp“ in dieser Form fortzubilden. Mittlerweile unterrichtet er dort, in Berlin, St.Wendel, Allgäu und Hamburg eine kleine aber beständig wachsende Gruppe von begeisterten Taijiquan-und Kampfkunst-Schülern aus ganz Deutschland.

Die Form des Yang Stil-Bagua Taijiquan

Das Yang Stil-Bagua Taijiquan ist ein wahres „Schatz-Juwel“ der Inneren Kampfkünste China´s. In seiner ausschließlichen Hand-Form, werden die essentiellen Techniken des alten Yang Stil-Taijiquan mit denen des Bagua Zhang, des Xingyiquan und des Bajiquan vereint.

In einigen Bewegungen kommen einzigartige Übungen zur Steigerung der inneren Lebensenergie Qi vor und geben dieser Variante einen unverkennbaren Stil. Taijiquan-Liebhaber und langjährige Schüler sind gleichermaßen von den tiefgreifenden und energetischen Wirkungen dieser Form begeistert. Der Übende erreicht damit ein neues Maß an innerer Energie und Stärke.

Auch die Länge und der Umfang dieser Form sind beeindruckend. Für einen kompletten Durchlauf benötigt man 1-1,5 Stunden. Die Form kann schrittweise in sechs Teilen erlernt werden und wird je nach Übungsrhythmus sehr langsam aber auch dynamischer ausgeführt. Sehr langsam praktiziert, dauert bereits einer dieser sechs Übungsteile mindestens 20 min. Zum langsamen Aufbau der inneren Energie und für Ungeübte wird ein kurzer „Essentieller Teil“ dieser Form gelehrt und zeigte in der Praxis ebenso gute Wirkungen.

In meiner Tätigkeit als Taijiquan-Lehrer liegt der Schwerpunkt auf die Pflege, Forschung und Verbreitung dieser Taijiquan-Form.

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