Taijiquan Sächsische Schweiz

Wudang-Kun Wu-Schwert

Die Kunst das Schwert meisterhaft zu führen, war ein wichtiges Element in den gesellschaftlichen Klassen China´s. So konnte sich kaum ein namhafter Gelehrter, Beamter, Geistlicher, Dichter oder Kampfkünstler dem Üben mit dem Schwert entziehen. Die Schwert-Kunst beinhaltet auch eine hohe Spiritualität.  Das Schwert zu meistern, wurde in China als einer der „höchsten Wege“ gepriesen, um „Erleuchtung“ zu erlangen, nicht ganz unähnlich der japanischen Schwert-Tradition der Samurai. Sogar der „Sohn des Himmels“ wurde in der Schwert–Kunst unterwiesen. Heute hat fast schon jeder Kampfkunst-(WuShu-) Stil China´s eine Schwert-Form in seinem Programm.

Im Wudang-Gebirge, das für seine hochentwickelte daoistischen Kampfkünste und seine großartigen Schwert-Kämpfer berühmt war, gab es eine eigene Tradition der Schwert-Kunst. In seinem „Schoß“ entstanden auch andere berühmte Schwert-Formen wie: Qi Men-Schwert, San Cai-Schwert, Ba Xian-Schwert ( 8 Unsterbliche-Schwert ) etc. Wann die Kunst des Wudang-Kun Wu-Schwertes entstand ist nicht überliefert.

Die Tradition der Wudang Kun Wu-Schwert Form geht auf den legendären Kampfkunst-und Schwert-Meister  Song Wei Yi zurück. Auf einem seiner Reisen hatte dieser das Glück Unterweisung von dem hohen daoistischen Priester Bi Yue Xia in Bagua Zhang und Kun Wu-Schwert zu erhalten. Während des Aufenthaltes von 10 Jahren in dem Tempel des abgelegenen Gebirges hatte seine Schwert-Kunst höchste Vollendung erreicht. Nach der Überlieferung hatte Song Wei Yi nur drei berühmte Schüler, die zugleich Militärführer und Generäle der chinesischen Machthaber waren.  Dies waren Zhang Xiang Wu, Guo Shu Fan und Li Jin Ling. Li Jin Ling lernte noch andere alte Schwert-Formen und entwickelte daraus später eine eigene Schwert-Form, die sich durch seine zahlreichen Schüler weit verbreitete. Zhang Xiang Wu blieb der alten Tradition treu, er behielt die schwierige Originalform bei und nur wenige ausgewählte Schüler durften diese Form von ihm lernen.

Die Wudang Kun Wu-Schwert Kunst ist eine sehr seltene Kostbarkeit der chinesischen Kampfkünste! In China gilt sie als "geheime Verschluss-Sache" in der Kampfkunst-Gemeinschaft (Wu Lin). Sehr selten bekommt man Vorführungen zu sehen, noch weniger hat man das Glück von einem  der letzten Meister unterrichtet zu werden. Die Instruktionen sind schwierig und verlangen vom Schwert-Übenden alles ab. Man hat das Gefühl selbst nach geraumer Zeit der Übung noch gar nichts begriffen zu haben.

Die Form ist sehr dynamisch und koordinativ anspruchsvoll, „fliegende Beine“ und Sprünge, bei denen man schon mal auf einem Bein landen muss, sind keine Seltenheit. Das Schwert beschreibt schnelle spiralförmige Kreise, Stiche und Abwehrhiebe, die schnellen Drehbewegungen und Körperwendungen führen das Schwert  vor-und zurück. Alle 32 Schwert-Anwendungstechniken wie sie im „Jian Shu“ (Schwert-Buch) beschrieben sind, kommen dabei zum Einsatz. Diese Schwert-Form gehört zu den „inneren Kampfkünsten“ und soll mit der Entwicklung und Transformation des „Qi“, der inneren Lebensenergie einhergehen. Sie stellt somit eine hochentwickelte und fortgeschrittene  Form des Qi Gong dar, der gesundheitliche Nutzen ist dementsprechend sehr groß.

Um die Wudang Kun Wu-Schwert Formen gut üben und die schwierigen Instruktionen meistern zu können, empfiehlt es sich bereits eine Schwert-oder WaffenForm zu beherrschen, oder aber mindestens ein fundiertes Training in 1 oder 2 inneren Kampfkünsten des Wushu absolviert zu haben.

Wudang Kun Wu-Schwert Stammbaum & Übungsformen

Großmeister Zhang Xiang Wu war der Entdecker und direkte Schüler des Schwert-Meisters Song Wei Yi im Jahre 1920. Meister Li Suiyin ist der letzte heute noch lebende Schüler von ihm. Wir hatten das Glück bisher von ihm als erste "Ausländer" darin unterrichtet zu werden. Das vollständige Curriculum der Wudang-Kun Wu-Schwert Tradition setzt sich aus insgesamt 3 Solo-Formen und 2 Partnerformen zusammen.

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