Chinesischer Tee Tee – Stunden, Tee – Zeremonien & Tee - Philosophie
Cha Dao – heißt: "der Tee-Weg", die Welt in einer Schale Tee.
Tee ist Glück das man trinken kann. (chinesisch)
Tee trinken scheint für viele keine annehmbare „Kultur“, höchstens „Medizin“ zu sein. So werde ich beim Tee-trinken oft spötticherweise gefragt: „Bist du krank,…weil du Tee trinkst ?“ Dann antworte ich manchmal mit o.g. Zitat: „Tee ist Glück das man trinken kann !“ Verständnislose Blicke und bedauernswertes Kopfschütteln sind oft die ersten Reaktionen.
Doch für alle die schon mal über das übliche sächsische „Deedippl“ hinausgeschaut haben, werden wissen, dass der Genuß eines richtig zubereiteten Tee´s selbst noch genussverwöhnte Sachsen in Erstaunen versetzt.
Denn Tee ist mehr als nur das Nationalgetränk China´s, oder eine medizinische Nutzpflanze. Die Tee-Meister legen uns philosophisch nahe, dass im Tee sich die ganze Welt widerspiegele. Tatsächlich ist die Tee-Pflanze ( Camelia sinensis ) ein wahrer „Kosmopolit“ und auch die „Tee-Kultur“ scheint ihr bereitwillig zu folgen.
Die „geistigen“ Wirkungen des Trinkens von chinesischem Tee haben nicht nur die buddhistischen oder daoistischen Mönche während ihrer Meditationen erfahren, mit etwas Sensibilität im Kopf und am Gaumen, kann das jeder feststellen.
Das vegetative Nervensystem wird reguliert, was uns zu geistiger Klarheit, Konzentration und Gelassenheit verhilft, die „Dinge“ erscheinen in einem „neuen Licht“ und langsam beginnt sich der dunkle Schatten der sich auf unser Gemüt gelegt hat, zu lichten.
Dabei muss man nicht mal an so „zauberhafte“ und „heilige“ Orte des Tee reisen, die ich zu besuchen das Glück hatte.
Unvergleichlich sind mir die Erinnerungen an die verwilderte ehemalige kaiserliche Tee-Plantage im „Feitianshan“-Gebirge in der Provinz Hunan, in der ich weitab von jeder denkbaren touristischen Erschließung Tee pflücken und zubereiten konnte.
Und natürlich der Besuch einer der besten Tee-Plantagen in der Provinz Hunan, ganz in der Nähe des Dong Ting-Gebirges, wo u.a. der sagenhafte „Jun Shan“-Silbernadel-Tee herstammt. Dort bekam ich vom Plantagen-Besitzer Dr. Liao Han Zhang persönlich einen Einblick in Anbau und Ernte des Mao-Jian-Silbernadel-Tee, wie er auch in alter Zeit als kaiserlicher Tribut-Tee hergestellt wurde.
1998 auf der „Nan Ling Fong Fung“-Tee Plantage im Südosten der Provinz Hunan die sich auf hochwertige Mao Jian-Sorten und Silbernadel-Tee spezialisiert hat: Rechts, Dr. Liao Han Zhang, Manager der Plantage und Tee-Experte Heutzutage werden wir von den „Wellness“ -und Gesundheitszeitschriften mehr oder weniger proffessionell über die gesundheitlichen Wirkungen des chinesischen Tee aufgeklärt.
Der „Grüne Tee“ und seine „Geschwister“: Gelber Tee, Weißer Tee, Wulong (Oolong) Tee, Blüten-Tee, Jade-Tee, Roter Tee und Schwarzer Tee (Pu Erh-Tee) bilden die 8 Arten des chinesischen Tee. Neben der unvergleichlichen Vielfalt der mehrere tausend Sorten umfassenden chinesischen Tee´s ist die Tee-Kultur China´s eine noch wenig bekannte.
Im Schatten der hochstilisierten ritualisierten japanischen Teezeremonie erlaubt die „chinesische Teezeremonie“ typisch daoistische Ungezwungenheit und Freiheit im Genuß und Verhalten. Freilich die „Erhabenheit“ des Tee und dessen Kultur bleibt uns erhalten.
Wir erinnern uns der vielzitierten Worte des japanischen Mönches Eisai:
„Tee ist eine wundervolle Medizin zur Aufrechterhaltung der Gesundheit. Tee hat eine außerordentliche Fähigkeit das Leben zu verlängern. Wo immer Tee angebaut wird, langes Leben wird folgen. In vergangenen wie in zukünftigen Zeiten, Tee ist ein Elixier, das fast Unsterblichkeit verleiht.“ Ich lade Sie ein zu wunderbaren "Tee-Meditationen" mit köstlichen Tee´s, außerdem können in speziellen Seminaren Tee-Kenntnisse angeeignet werden, die in keinem Buch stehen und den Umgang mit chinesischen Tee wesentlich erleichtern.
Auf diesen Seminaren erfahren Sie unter anderem:
- Die richtige Zubereitung Chinesischer Tee´s und Besonderheiten der Zubereitung in China ! - Die Wirkungen der 8 Arten des Tee auf die menschliche Gesundheit nach der Trad. Chin. Medizin ! - Seltene und in Europa noch unbekannte Tee-Sorten und deren Zubereitung/Wirkung - Über Spezielle Tee-Rezepturen, wie die „Tee-Bäder der chinesischen Kaiserfrauen" ! - Die richtige Kombination klassischen chinesischen Tee-Genußes mit der Meditation / Qi Gong .. ! - Die Bedeutung und Heilkraft des Grünen Tee beim Klimawamdel & der Wetterextreme ! und vieles mehr...  auf der ehemaligen kaiserlichen Tribut-Tee Plantage im Feitianshan, Provinz Hunan noch was…? Ja !
Green tea may be as good for your health as it is your taste buds …
Am 12. September 2006 veröffentlichte dieNew York REUTERS HEALTH eine der aufsehenerregenden neuesten Studien zum Grünen Tee aus Japan. Dr. Shinichi Kuriyama von der Tohoku Universität – Medizinische Fachhochschule in Sendai ist der Autor dieser Studie. Diese Studie hatte eine Verlaufszeit von 11 Jahren und es wurden Daten von 40.530 Japanern im Alter von 40 – 79 Jahren ausgewertet. Untersucht wurden u.a. Auftreten und Verlauf von Herz-Kreislauferkrankungen, Krebserkrankungen und einigen anderen im Vergleich zum Grüntee-Konsum.
Vorausgegangen waren Studien aus den USA und Japan die ergaben, dass die Polyphenole im Grünen Tee Herz-Kreislauferkrankungen und Tumoren sowie Krebs vorbeugen kann. 4209 Japaner starben während dem Verlauf der Studie, 1.134 davon an Krebserkrankungen, 892 an Herz-Kreislauferkrankungen.
Dr.Kuriyama und seine Kollegen konnten dabei den Zusammenhang von Grüntee-Konsum und Erkrankung untersuchen.
Bei Männern die täglich ca. 5 Tassen Grüntee konsumierten, sank die Rate an Herz-Kreislauferkrankungen und Krebs zu erkranken und daran zu versterben, um 12 %, bei Frauen um 23 %, bei Herz-Kreislauferkrankungen sogar um 31 %.
Dr. Kuriyama konnte allerdings bei höherem Grüntee-Konsum als 5 Tassen pro Tag keine signifikante Erhöhung der Senkung der Rate als oben angegeben erkennen.
Trotzdem schien es Dr.Kuriyama sinnvoll den täglichen Genuß von Grüntee mit mehr als 5 Tassen ( japanische Tee-Tassen fassen 150ml ) zu empfehlen.
( Quelle: Journal of the American Medical Association, 12.September 2006 )
Persönliche Tee-Geschichten
Bambustee – die Neuheit 2008 oder doch ein ganz alter Hut ?!
Vor ein bis zwei Jahren erschien er auf dem deutschen Tee-Markt: der “Bambus-Tee.” Nicht ohne die bemerkenswerten Forschungsergebnisse der koreanischen Wissenschaftler die bereits vor 10 Jahren erschienen sind. Ich musste also lächeln, als ich die schön verpackten Bambus-Tee Verpackungen erhielt. Auch in China ist der Bambus-Tee ein uraltes Getränk. Sofort erinnerte ich mich an jene China-Reise, wo ich in dem wundersamen abgelegenen Gebirge “Feitianshan” im Südosten Hunan´s von chinesischen Bauern Bambustee als Durstlöscher bekam. In diesen Bergen gab es außer einigen wilden Teepflanzen nur Bambus der in kleinen Wäldern zwischen den Felsen wuchs. Die armen Bauern dieser Gegend lebten von etwas Reisanbau, ein wenig Geflügelzucht, wilden Teebüschen, Lotospflanzen und Bambus, den Sie wie den Tee und den Lotos auf den Märkten in den umliegenden Orten verkauften. Der Bambus diente als Baumaterial, zur Essensversorgung und als Heilpflanze. In diesen Dörfern sah ich, das alles vom Bambus genutzt wurde und von so einem Bambusstamm nichts als Abfall zurückblieb (die Reste von Blättern und Holz die übrig blieben, wurden als Brennmaterial genutzt). Als ich in eines dieser bitterarmen Dörfer eingeladen wurde, reichte man mir heißes Wasser mit kleinen schwimmenden Bambusblättern. Etwas komisch muss ich wohl schon in die Schale geschaut haben, aber die Bauern lachten und nickten mir zu, ich solle ruhig trinken. Ich wurde nicht enttäuscht, nach einer langen Wanderung hatte ich Durst und so war ich über diesen leicht grünlichen und mildsüßen Tee sehr überrascht und leerte mit großem Genuss die Schale während die Bauern eine der wenigen und kostbaren Enten für mich schlachteten. Dann ließ ich mir von einem kleinen Mädchen, das die seltsame “weiße Langnase” eine ganze Zeit beim Bambusteetrinken beobachtet hatte, die Blätter des Bambus zeigen, die für den Tee genommen werden. Ich bin heute noch sehr dankbar, über diese fast märchenhaften Begegnungen und Unterweisungen in diesem Gebirge mit den einfachen Menschen und ihren großen praktischen Wissen über die Heilkraft des Grünen Tee, des Lotos und des Bambus. Wie wertvoll könnte dies Wissen heute in Zeiten der Globalisierung, der Umweltverschmutzung und des Klimawandels für uns sein. (Thomas Richter 3/2009)
Von Glückskräutern, dem "Goji-Boom", Unsterblichkeitspflanzen und der Frucht der 5 Geschmäcker Eine Tee-Stunde mit „Kräutern des Glücks“ aus China wollte ich organisieren und so durchsiebte ich meine vergilbten Handschriften der „magischen“ China-Reise von 1998 nocheinmal durch.
Ich hielt einen kleinen, dünnen Zettel einer Dorf-Apotheke in China in der Hand. Und wie als der Auslöser eines unsichtbaren Kino´s liefen die 12 Jahre alten Bilder vor meinen Geist ab: Inmitten der tiefsten Provinz von Hunan hatte sich vor einer alten Apotheke die gesamte Bevölkerung des Ortes versammelt. Jugendliche mit Motorrädern schossen vorbei, sie hatten die Kunde von dieser seltsamen „Langnase“ schon in die nächsten Dörfer getragen. Es war als würde der arme,alte Kräuterarzt die Aufmerksamkeit seines Lebens bekommen. Dabei wollte ich doch nur etwas über das Kraut „Wu Cha Seng“ herausbekommen. Doch der Alte verstand nicht und durchwühlte unter den Augen und mit Hilfe einiger Zuschauer („Meister Zheng, schauen sie doch mal in das obere Fach!“) seine Kräuterschätze. Doch Wuchaseng schien nicht darunter.
Er packte stattdessen meine Hände voll von Pilzen und Beeren und winkte mir vertrauensvoll zu,dass diese wohl besser seien. Da mir die Pilze etwas seltsam rochen und ich sowieso kein Pilzfan bin, legte ich sie mit schiefgezogenen Mund wieder weg. Heute weiß ich: ich hatte u.a.“Ling Zhi“ in der Hand und das in einer hervorragenden Qualität…
Aber die Beeren, die einen sahen aus wie getrocknete Johannissbeeren, die anderen wie getrocknete Möhrenstückchen, gefielen mir und ich hielt sie ihm interessiert entgegen. Zu jeder Beere hielt er einen Vortrag und öffnete dazu Säcke voll von Beeren. Ich wusste damals nicht, dass dies mein erster Unterricht in klassischer Kräuterkunde war und das der alte einfache Kräuterarzt von Gou Ji Zi (der Goji-Beere) und Wu Wei Zi (der Schisandra-Beere) sprach. Bei seinen Worten ging immer wieder ein Raunen durch die dicht um uns gedrängte Dorfbevölkerung. Ich verstand nur was von Unsterblichkeit, langes Leben ohne zu altern, nicht mehr krank werden, jung bleiben usw. Und da ich das Wu Wei als „Wu Wei“ des Daoismus verstand, den ich gerade studierte, gefiel mir gerade diese Beere. Doch als ich kostete, hätte ich sie bald wieder ausgespuckt. Sehr Sauer, sehr bitter, ein wenig süß, ein wenig scharf und salzig dazu-was ist das denn: der alte Kräuterarzt hielt beide Daumen hoch. Die Menge hielt die ganze Zeit dabei den Mund offen.
Da ich zurück musste, kaufte ich ihm ein kleines Säckchen der Beeren ab, obwohl sie mir überhaupt nicht schmeckten, wohlwissend sie an meine chinesischen Freunde weiterreichen zu können und verabschiedete mich. Was für ein Lohn. Der alte Kräuterarzt hatte seinen ganzen Laden umgekrempelt, hatte sein lebenslanges Kräuterwissen vor mir ausgebreitet und ich kaufte ihm ein Säckchen Beeren für umgerechnet nicht mal 10 Cent ab.
Als ich im März 2010 für eine „Glückskräuter-Tee Stunde“ das Internet durchforstete, traf ich auf „alte Bekannte“: den Goji-Beeren und den Schisandra-Beeren. Doch jetzt waren die Beeren des alten Kräuterarztes in Hunan hier zu „Glücks-„ und „Vital-„Beeren geworden, die den gestressten Eurpäern helfen sollten ihr Gleichgewicht zu finden…In den USA hatte die „Welle“ begonnen und bereitwillig- und von den Prominenten in Hollywood beworben-folgt Europa diesem Trend. (umgekehrt scheint wohl kein "Trend" aus China zu kommen...)
Für meine Kräuter-und Teeverrücktheit hatten einige vor mehr als 15 Jahren kein Verständnis: „Du wirst dich eines Tages noch vergiften mit solchem Zeug.“ Meine wochenlangen Telefonate und Faxe bei großen Tee-und Kräuterversandhäusern ernteten am anderen Ende zwar Verständnis, aber so gut wie keiner kannte die Pflanzen. Und noch weniger wollten sich mit dem Ankauf einiger Kilo aus China ruinieren.
Da ist wohl wirklich „viel Wasser die Elbe heruntergeflossen“ (ein Sprichwort aus hiesigem Lande) dass ich heute in Gartenbaumärkten über JiaoGuLan-und Goji-Beerenpflanzen stolpere, fast schon jeder Teeladen mich über den Bambustee aufklären will und meine alten Kräuterspezialversender mit den Beeren, tonnenweise verkauft, "glücklich" geworden sind.
Mit einem Lächeln begleite ich heute diesen „Boom“ und hoffe, das dabei etwas lebendiges Gesundheitswissen an uns hängen bleibt.
In stillen Stunden aber vor den „himmlischen Kräutern“ meditierend, kommt mir die Gestalt des alten Kräuterarztes wieder in den Sinn:
Irgendwo im tiefsten Hunan, ein Dorf was ich nie wieder finden werde, doch die bitterarmen, einfachen und herzlichen Menschen sind mit einem alten Kräuterkundigen gesegnet, vor dem ich heute auf die Knie fallen würde …
(Thomas Richter, im April 2010)

|