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Das „Tai Chi“ – Taijiquan

Taijiquan –Ganzheitliche Fitness für Körper & Geist


Taijiquan
Lerne mit dem Körper zu denken.
Taishen Deshimaru , Zen-Schwertmeister


„Taijiquan“ ( Tai Chi Chuan ), ausgesprochen: „Tai-dschi-tschüen“, auch „Chinesisches Schattenboxen genannt, entwickelt um das Jahr 1650 in Nordchina. Als eine Synthese der Errungenschaften von Medizin, Lebenspflege, Kampfkunst, Philosophie, Astrologie und Wissenschaft wird es oft als „Kronjuwel“ der chinesischen Künste bezeichnet. Lange Zeit wurde Taiji nur innerhalb enger Familienclan´s ausgeübt. Erst 1912 gingen einige Taiji-Meister unter der Führung des berühmten Meisters Yang Cheng Fu an die Öffentlichkeit. Das war zugleich die Geburtsstunde der „Gesundheitsmethode“ Taijiquan.

Energiespirale
das „taiji“ in der Energiespirale


Taijiquan…eine traditionelle Methode , vereint Meditations-, Bewegungs-, Koordinations-und isometrische Kräftigungsübungen nach dem Prinzip der Traditionellen Chinesischen Medizin ( TCM ). Als Entspannung definiert, kann Taijiquan physische und psychische Disharmonien beheben, Stress bewältigen ( enpowerment ) und einen positiven Verlauf zur Aktivierung körpereigener Heilkräfte unterstützen. Nach der Trad.Chin.Medizin wird durch die sanften kreisenden Bewegungen vom Becken-Hüftbereich ausgehend, die vitale Energie des Körpers genährt, die spiralförmigen Drehungen der Arme und Beine öffnen die Meridiane und sorgen für einen reibungslosen Fluß der Lebensenergie „Qi“ durch alle Gelenke. Die natürliche Bauchatmung vermag die Lungen-und Blutzirkulation zu beeinflussen, sodass die Energie von Lungen, Herz und Verdauungsorganen gestärkt wird. Die TCM bezeichnet Taiji-Übungen als besonders wirksam auf den „3-Erwärmer“-Bereich der wiederum funktionsstärkend alle inneren Organe beeinflusst.

Der Aufbau der Körperstruktur, der effiziente Einsatz von Muskeln, Sehnen und Gelenken in den Taiji-Übungen fördert eine gute Haltung und kann Muskelschwächen sowie Bewegungseinschränkungen und Gelenksbeschwerden, Wirbelsäulenerkrankungen und -verformungen schonend behandeln und verbessern. Die Übungsformen des traditionellen Taijiquan sind neben der bekannten Handform ( daher prägte man den Begriff „Schattenboxen“ ), auch Partnerübungen, Formen mit Waffen und Geräten und „innere Übungen“ ( neigong ) als Qi Gong bezeichnet. Das Üben der Handform ( taolu ) stellt allerdings den zentralen Übungsschwerpunkt des Taijiquan dar.

In China existieren ca. 25 verschiedene „Stile“ des Taijiquan und einige „synkretistische“ Stile, von der chinesischen Staatsregierung werden 6 „Hauptstile“ offiziell anerkannt. Dies sind : Chen, Yang, Wu(Hao), Wu, Sun & Zhaobao.

Seit 1955 entwickelt die „Taijiquan-Kommission“ des chinesischen Gesundheitsministeriums das Taijiquan als „Volksgesundheitsmethode“ weiter. Die Übungen des Taijiquan wurden daher im Sinne eines „Massensports“ vereinfacht und erhielten z. T. eher den Charakter einer „Sport-Gymnastik“. Die neueste Entwicklung in China ist die Einführung der „Dan-Grade“ (Duan) und der Wettkampfformen mit olympischen Zielen ( Beijing 2008 ).

In den älteren Gesellschaftsschichten in China war das Taijiquan-Üben wie auch das Ausüben der Kampfkünste ( Wu Shu ) oder des Qi Gong im vielschichtigen geistigen und körperlichen Sinne eine „Kultivierung von Körper & Geist“ , in der chinesischen Tradition gibt es dazu in vielen klassischen Abhandlungen das Bild „ vom Kultivieren der Lebenskraft, wie das Bestellen eines Feldes …“ wie z. Bsp. auf der „Karte zur Inneren Struktur“ ( neijingtu) abgebildet ist, die sich als Steintafel im daoistischen „Kloster der Weißen Wolke“ in Beijing befindet.

Mit Taijiquan haben wir die Möglichkeit, die Lebenskraft zu kultivieren und die „Früchte der Ernte“ nach erfolgreicher „Bestellung“ selbst zu genießen.

Zinnoberfeldes
Ausschnitt aus dem „Neijing Tu„
das Kultivieren des „Zinnoberfeldes“ ( Dantian )