Impressionen Impressionen & Video zum 6. Camp und Meister Li Suiyin´s Deutschland-Besuch 2010
Video über Meister Li Suiyin (von Bettina Wobst):
„Ich kann`s nicht mit Worten ausdrücken…und einem Gefühl wie aufgeladen“ Manuela Freyer, 48 Jahre aus Plauen im Vogtland, schrieb über Ihre diesjährige Erfahrungen. Sie nimmt seit 2007 am Trainings-Camp mit Meister Li Suiyin teil und macht derzeit auch eine Taijiquan-Fortbildung bei Thomas Richter. Sie lernt Yang stil-Bagua Taijiquan 103er Form, Bagua Zhang, Bajiquan, Xingyiquan und Kun Wu-Schwert. 2010 hatte sie an allen Kursen mit Meister Li in Dresden, Erfurt und Bad Schandau teilgenommen.
Hier ihr ganz persönlicher Erfahrungsbericht:
>>Im September 2007 lernte ich Thomas Richter kennen, der mir das Trainings-Camp mit seinem Lehrer Meister Li Suiyin empfahl. Ich, nur ein wenig Ahnung von Tai Chi, stolpere dann auch wirklich, in das für mich 1. Trainings-Camp in Bad Schandau. In mitten “alter Hasen” die diese Kampfkunst schon ein paar Jährchen ausüben und zum Teil selbst unterrichten, ich muss doch verrückt sein... Naja, ich dachte, ich verschwinde in der Masse, irgendwo in der letzten Reihe. Aber da kannte ich ja noch nicht Meister Li Suiyin, denn seinen Augen entgeht nicht`s. Zu Anfang jeder Übungseinheit ordnet er seine Schülerschar. Neulinge sind nun von Fortgeschrittenen umringt, so kannst du sehen und lernen. Oh, wie oft habe ich in diesem Jahr „meiyou (= so nicht ! das geht nicht!)“ gehört. Als ich nach Hause fuhr, mit einem gehörigem Muskelkater und einem dicken Lob von Meister Li, dass ich doch ganz gut durchgehalten hätte, so, als „Neuling“. Na das ging doch runter wie Oel und damit das nächste Camp beschlossene Sache. Das nächste kam in Rossendorf, in einer unbeheizten Sporthalle am Rande von Dresden, Kälte, harter Betonboden, 5-6 Stunden Unterricht...“Training wie in China“ schmunzelten die Organisatoren. Ok, jetzt nur keinen Rückzieher machen... Aber es war hart, der „Anfängerbonus“ aufgebraucht, ein „sich durchmogeln“ gibt es nicht! Mit der Mahnung fleißiger zu üben um sich für das nächste Jahr zu verbessern, entlässt uns Meister Li. Da ist dann wieder der Arbeitsalltag, Familie und der innere Schweinehund. Richtig üben musst du, denn schlecht geübt ist eben nicht geübt. Das Übungsjahr ist so schnell vorüber, das schlechte Gewissen plagt dich schon bei der Hinfahrt. Aber du weißt auch, das diese intensiven Übungstage mit voller Konzentration und Disziplin ausgeführt werden. Dank des guten Dolmetschers wird jeder tiefgründige Vortrag, jede Anweisung aufgenommen und abgespeichert. Wenn Meister Li durch die Reihen geht, Korrekturen vornimmt, jeden einzelnen Teilnehmer im Blick, wird mit einem Kopfnicken Anstrengung belohnt. Und da ist noch Tui Shou, du musst sinken, entspann dich, du bist so fest, höre in dein Gegenüber. Meine Güte bin ich ein Klotz!!! Xingyiquan, Baji, Bagua Zhang, Schwert... und finde ja den Knopf im Gehirn, mit dem du umschalten musst um all das Erlernte abzurufen. Der Schweiß klebt am Körper und ich stoße manches mal an meine Grenze. Aber da ist der Wille und manch aufmunterndes Wort der übrigen Teilnehmer, das mich durchhalten lässt. Ich hab Meister Li´s führsorgliche Seite gesehen aber auch seine unerbittliche Seite. Da ist es wieder: „du musst bitter essen um gut zu lernen!“ Die Heimfahrt, mit zufriedenem Herzen und einem Gefühl – „wie aufgeladen“. Ich kann`s nicht mit Worten ausdrücken. Ist dies ein Vorgeschmack der Energie, die man erlangen kann, die man speichern kann ??? ... und ich lächle, denn all die Anstrengung der letzten Tage ist verflogen... Danke Meister Li Suiyin.<<
MDR-Film Beitrag und Dreh mit der Dresdner Filmemacherin Bettina Wobst Schon einmal hatte der MDR angefragt, Meister Li Suiyin bei seinem Besuch in Dresden zu filmen. Diesmal hatte es geklappt.Die Autorin und Filmemacherin Bettina Wobst aus Dresden war 2 Tage mit uns unterwegs und filmte uns beim Training, ganz im Privaten, beim Besuch auf der Festung Königstein und führte ein ausführliches Interview mit Meister Li durch. Der Beitrag wurde dann am 17.11.2010 im SACHSENSPIEGEL-EXTRA unter dem Titel: „Tai Chi-Sachsen als bessere Chinesen?“ (???) gesendet. Die Redaktion fand die sehr enge Beziehung des Tai Chi-Lehrers zu seinen Schülern und sein Wunsch, dass diese in Zukunft auch international erfolgreich werden,besonders spannend. Es wurden sehr schöne Bilder vom Unterricht im Camp und beim Üben auf der Festung Königstein im Sonnenuntergang. (siehe Video oben: privat gedreht für Meister Li, daher unübersetzt). Besonders Herzlicher Dank nochmal an Bettina Wobst, die sich in allem Terminstress viel Zeit für uns nahm und an Thomas Strube, der in seiner "Erholungs-und Besichtigungszeit" wiedereinmal übersetzen musste.
Bagua Zhang-Seminar in Erfurt Auch in Erfurt hatte das Bagua Zhang-Seminar mit Meister Li Suiyin viel Begeisterung ausgelöst. Er unterrichtete dort die Grundformen des „Ba Da Zhang“ ( Acht Große Hände). Stefan Fischer aus Gotha, einer der Teilnehmer hat seine Erfahrungen auf dem Seminar niedergeschrieben: Erfahrungsbericht von Stefan Fischer/Yang Sheng Erfurt
Organisator Andreas Richter hat eine schöne Fotoserie zusammengestellt: Bagua Zhang in Erfurt
Impressionen von Camp & Üben 2005 - 2008:
"Was ist aus uns geworden ? …4 Jahre und 1000 Übungsstunden später …" … „gefühlte“ 10 000 Übungsstunden später, steht Meister Li 2007 spätabends auf einer schwachbeleuchteten Siedlungsstraße am Rande von Dresden mit einer sehr ernsten und fast bedenklich aussichtslos wirkenden Miene vor zwei Schülern und spricht einen nüchtern erscheinenden aber bedeutungsvollen Satz: „Ich hoffe, dass Ihr in Zukunft Euer Training steigert und die Entwicklungen macht, die nötig sind, um das entsprechende Niveau zu erreichen, das ich von Euch erwarte.“ – Das hat gesessen !!! Aus dem fast spielerisch wirkenden „Ausflug“ von 2004 ist eine ernsthafte und sehr anstrengende Reise in die klassische Welt der Inneren Kampfkünste China´s geworden. Aus einem „süßlich-duftenden“ Traum ist eine bitter-schmeckende Wirklichkeit geworden.
Und trotz allem: Nach 4 Trainingscamps, den oben erwähnten Übungsstunden und dem ganzen Organisationsstress bleibt auf unseren Gesichtern jedes Mal ein zufriedenes Lächeln zurück, wenn Meister Li Suiyin schon im Flugzeug Richtung China sitzt. Oft werde ich auf die beschriebenen Impressionen von 2004 angesprochen: „Und, seid ihr immer noch so enthusiastisch…?“ „Haben sich eure Erwartungen von damals denn erfüllt…?“ Statt mit einem Wasserfall von Worten zu entgegnen, dass sich unsere „Erwartungen“ eher übertroffen haben, lächele ich erstmal zufrieden zurück. Manchmal kommt da schon die Antwort: „Aha, ich sehe schon, hat sich wohl doch so ereignet, wie du´s beschrieben hast.“
Wer´s nicht glaubt, kann uns ja gern besuchen …
Trotzdem hier ein kleiner Ausschnitt unserer Camp-Geschichte:
2005 Ein 1. Trainingscamp auf Burg Hohnstein/Sächs.Schweiz Die Sächsische Zeitung titelte dazu: „Faszination Tai Chi“ und schrieb ein erstes Interview mit Meister Li Suiyin. Ca. 17 Teilnehmer konnten sagen: „Faszination Meister Li“. Auf der Burg lernten wir seinen Unterricht erst richtig kennen. Die Strenge blickte so manchesmal aus seinen Augen: „Bevor Ihr das nicht richtig macht, gibt´s kein Abendessen!“ Die Köche auf der Burg mussten Überstunden schieben. Unsere ersten Schritte auch in der Kun Wu-Schwert Form und im Xingyiquan. Mit einem umfangreichem Besichtigungsprogramm zeigten wir dem Meister unsere Heimat. Er nutzte die gelegentlichen Pausen auf dem Königstein, am Schloss Pillnitz und vorm Zwinger, um die Xingyi-Schritte zu üben, etwas überraschend für manchen Besucher. Unsere erste schöne Fotoserie mit Fotograf Frank Baldauf. Die Burg war ob ihrer schrecklichen Vergangenheit dem Meister allerdings etwas unheimlich, der Ratssaal für das nächste Camp schon viel zu klein.
2006 Das 2. Trainings-Camp in Bad Schandau/Sächs. Schweiz Im nächsten Jahr stiegen wir ins Elbtal hinab. Im Kurort war reichlich Platz. Viele staunten über die große „Kulturstätte“ im Stadtpark. Schandauer staunten über einen chinesischen Tai Chi-Meister, manche besuchten uns auf leisen Sohlen und schauten eine Weile zu. Neue Freunde, neue Gäste, 25 Teilnehmer wollten mehr von Meister Li Suiyin wissen und es gab mehr … Der Meister schien unauslotbare Tiefen des Taijiquan und der Inneren Kampfkünste zu kennen. Es gab viel zum Aufschreiben und viel zum Üben. So manchem von uns schien ein riesiges Fragezeichen über dem Kopf zu wachsen. Das Kun Wu-Schwert wurde schwieriger und schneller. Das Xingyi schien noch gar keiner begriffen zu haben. Die Resignation über soviel fehlende Entwicklung blieb aber dennoch aus. Der Meister schien es geahnt zu haben und es gab reichlich Tipps zur Umsetzung.
2007 Ein kurzes „Frühjahrs-Camp“ in Dresden und ein 3. in Bad Schandau Dieses mal war der Meister zweimal da, wir wiederholten das Gelernte im Frühjahr in Dresden bei einem 4 Tages-Kurs. Dem Meister war alles noch zu frisch, die Organisation zu hektisch und einige der „alten Hasen“ fehlten. „Alles neu macht der Mai“ in diesem Sinne nicht, wir hätten sagen können: „Alles neu macht der Oktober“. Der war wieder in Bad Schandau, mit einem neuen jungen Dolmetscher Harry Just aus Saarbrücken, ein Tang Lang-Gong Fu Bruder von Thomas Strube- unserem Dolmetscher im Mai und einem euphorischen Meister Li, der uns in 7 Tagen die Alte Yang Stil-Bagua Taiji Form 103er beibringen will. Da werden schon mal „neue“ Gäste gnadenlos „verheizt“, alle schwitzen Blut und Wasser an dieser 103er, nur der Meister bleibt gelassen, bei ihm in China dauere ja das 103er Formtraining ein ganzes Jahr. Damit es keinen langweilig wird, gibt’s noch Instruktionen zum Bajiquan und Baji-Säbel. Einige Organisatorische Probleme, eine sehr mäßige Unterkunft für unsere Camp-Gäste, aber ein sensationeller original chinesischer Rindfleischnudelsuppen-Service mit eingelegten 1000jährigen Eiern lassen alle tapfer durchhalten und schöne Erinnerungen zurück.
2008 Unser „Viertes“ in Dresden – wer hätte das gedacht… Scheinbar sind wir sehr experimentierfreudig. Die letzten Camp´s ließen uns organisationstechnisch zeitweise die Haare zu Berge stehen, aber wir haben 2008 nichts anderes vor, als unseren festgelegten Termin zu verlegen ( wegen dem Dolmetscher ) und noch einen Tag dranzuhängen. Danach kommt noch ein 2 Tage Baji-Seminar.
Die „Mehrzweckhalle Rossendorf“ auf einem wunderschönen Grundstück der Familie Fischer gelegen, wird unser Domizil. 25 Teilnehmer haben sich für das umfangreiche Programm eingeschrieben, für uns besonders zur Freude: der Aikido-Meister Philippe Grange aus Bordeaux Frankreich ist unser erster ausländischer Gast-und was für einer: er hatte bereits in den 80er Jahren in Taiwan Meister He Fusheng und Bagua-Taijiquan kennengelernt. Unser saarländischer Dolmetscher Thomas Strube, übersetzt zeitweise zweisprachig. Auch andere unserer „alten Hasen“ fangen plötzlich an, französisch oder englisch zu sprechen. Eine sehr entspannte und lockere Atmosphäre, das angekündigte Bagua Zhang von Meister Li gerät etwas in den Hintergrund, dafür wird die 103er etwas klarer und diesmal gibt es reichlich Tui Shou, straff und konzentriert, 2,5 Stunden lang nur kreisen und „fühlen“. Trotzdem bleibt noch Zeit für Xingyiquan, eine schöne neue Wandlungsform und die Erkenntnis, es gibt noch einige „Nüsse“ zu knacken in den 5 Energien der Xingyi-Formen.
Das Bajiquan-Wochenende war dann nocheinmal die Krönung, wir hatten ja schon 8 Tage Camp in den „Knochen“. Volle Konzentration und voller Einsatz im „Jingang Bashi“ und im „Xiao Baji“. Wehe, es zeigte einer „Weichheit“ in der Bewegung ! „Heng“ und „Ha“ donnerten durch die Halle. Bei allen zeigten sich mit der Zeit „schmerzverzerrte“ Gesichter. Der Satz klingelte in den Ohren: „Wenn Ihr gut lernen wollt, müsst Ihr bitter essen !“ Die Begeisterung blieb aber bei allen erhalten, ein schönes Camp in Dresden-und: Experiment gelungen!
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