Als Kooperationspartner bei den Staatlichen Kunstsammlungen Dresden Als Taijiquan-Lehrer im Rahmen der Veranstaltungen „China in Dresden in China“ 2008
Tai Chi auf der Brühlschen Terrasse-Eindrücke und Reaktionen
Mein persönliches China in DresdenAn einem kühlen Freitagvormittag im April trete ich vor die Tür des Lipsiusbau-und kriege erstmal einen Schreck: Der Treppenaufgang ist voller Fotografen und Journalisten die jetzt auf mich zustürmen. Mein himmelblauer Taiji-Anzug lässt mir wohl kaum Gelegenheit unterzutauchen. In dem Pulg der sich jetzt um mich bildet, aus dem Gewirr von Fragen und ersten Foto´s haben es nach einigen Minuten dann doch einige mutige Tai Chi-Interessenten geschafft, zu mir durchzudringen. „Findet denn das Tai Chi heute hier statt ? Kann ich da noch mitmachen ?“ - „Natürlich. Machen Sie auch noch mit?“- „Nee, ich bin vom Dresdner Neusten Nachrichten…!“ Na dann los! Einen solchen Auftakt zu einem Tai Chi-Kurs hatte ich mit Sicherheit noch nicht erlebt. „Humanism in China“ hieß die Ausstellung hinter dem Tai Chi. Es sollte heute der journalistische „Aufhänger“ werden. Hinter den Presseberichten über Unruhen in China wagt es jemand in Dresden eine Ausstellung über „Menschliches“ in China mit Tai Chi zu würzen. Das hatte Dynamit, nein das war schon TNT !!! Aus dem Tai Chi-Lehrer hat man jedenfalls nichts rausgekriegt, denn ich tippte auf die Uhr und begann mit den ersten Tai Chi-Übungen. Zum Schluß dieses famosen Auftakts wollten dann doch noch einige wissen, ob es jetzt wirklich jeden Freitagvormittag „Tai Chi auf der Brühlschen Terrasse“ gibt. Und das gab es. Mit jeden wärmeren Tag stieg die Zahl derer, die sich zunächst zögerlich, dann aber nach kurzer Zeit immer selbstsicherer an diesem Platz einfanden. Der Tibet-Krise, dem China-Boykott, dem Wetter und oft den amüsierenden Reisegruppen trotzend - die halb belustigend, halb bewundernd diesem seltsamen Spiel kurze Zeit zusahen als wären wir historische Schausteller vom Dresdner Theater-traf man sich danach noch zu einem Tee im Foyer und plauderte recht ungezwungen von jenen Zuschauern, Tai Chi-Besuchern und der einen oder anderen schwierigen Übung. Im September war es dann nach 22 Wochen schon zu einer Tradition geworden. Neue Tai Chi-Besucher waren erstaunt, als man vor die Tür des Lipsiusbau trat und die Brühlsche Terrasse morgendlich etwas leer erschien. Dann wandte man sich sorgenvoll an mich: „Kommt denn keiner mehr…?“ Mit einem Lächeln trat ich dann etwas näher vor das Haus, schritt langsam auf unseren angestammten Platz unter den Bäumen und wie von Zauberhand kamen aus allen Richtungen bekannte Gesichter zielstrebig auf den hellblauen Taiji-Anzug zugelaufen und reichten mir die Hand zur freundlichen Begrüßung. Das hatte etwas von dem echten China und beeindruckte jeden Beobachter. Auch den chinesischen Touristen waren wir natürlich aufgefallen. Auch sie lachten und scherzten manchmal vor unserer Gruppe, aber aus ihren Gesichtern sprach kein Spott, sondern eher ein innerer Stolz. Taijiquan, das war ihr Kulturerbe und das wurde hier so selbstverständlich an einem so öffentlichen und berühmten Platz praktiziert, als wäre es schon immer so. Auch bei Ihnen waren wir begehrte Fotoobjekte. Die japanischen Touristen haben sich dagegen oft gleich selbst eingeladen und machten eine Runde zum Ertüchtigen und gegen den Besichtigungsstress mit. (natürlich konnte jeder gern stehen bleiben und mitmachen…) So mancher „turnte“ auch aus sicherer Entfernung mit. Um dann nach kurzer Zeit zu resignieren. Man musste schon in der Gruppe hinter uns stehen, um wirklich etwas lernen zu können. Bei all den Belustigungen dieses „Open-Air-Spektakel´s“ versuchte ich etwas Ernsthaftigkeit in die Kunst Taijiquan zu bringen. Mein Ziel war es, eine wirkliche Begegnung mit Taijiquan zu schaffen, auch wenn der Kursleiter kein Chinese war. Wie ernst diese künstlerische Ader genommen werden kann, sah man an den oben beschriebenen politischen Verwirrungen. Diese verschwanden genauso schnell, wie die spöttelnden Touristen auf der Terrasse und mit der Zeit boten die Begegnungen und Rahmenprogrammpunkte im China-Jahr eine echte Auseinandersetzung mit Kunst und Kultur des Landes. Der Anfang einer Begegnung, dem ich ein wohl viel längeres Leben in Dresden wünsche als der beachtlichen aber letztlich kurzlebigen „Chinoiserie“ des Kurfürsten, die trotz allem solch kräftige Spuren hier hinterlassen hat, das man sich heute noch drum schert. Thomas Richter
Aus den vielen Foto´s & Presse-Reaktionen zum „Tai Chi auf der Brühlschen Terrasse“ hier nur ein kleiner Auszug:Dresdner Neueste Nachrichten am 05./06. April 2008:
„…In der Ruhe liegt die Kraft. Unter freiem Himmel zur inneren Mitte finden. Das können Bewegungsfanatiker nun jeden Freitag ab halb elf vor dem Lipsiusbau auf der Brühlschen Terrasse. Unter Leitung des Tai Chi-Lehrers Thomas Richter kann jeder Interessierte an einer `Schattenboxen`-Gruppenübung teilnehmen. Dafür zeigt der 36 jährige kreisend-fließende Bewegungen, die zu einer Harmonie von Körper und Geist führen und daneben auch gesundheitsfördernd sind …“
USA TODAY: German Tai Chi teacher Thomas Richter, performs some practices in Chinese Tai Chi exercises spontaneously with passers-by at the Bruehlsche Terrasse boulevard in Dresden, Germany, Friday, April 4, 2008. The exercises are offered by the Dresden State Art Collections to promote their exhibition „Humanism in China“. Ein Kommentar zum Besuch des Kurses und zum Beitrag im „Dresden-Fernsehen“ im Internet:
Tai Chi auf der Brühlschen Terrasse Auf der Brühlschen Terrasse gibt es nun jeden Freitag Vormittag ab halb 11 Tai Chi. Tai Chi ist eine chinesische Bewegungskunst, um die innere Harmonie zu finden. Die Veranstaltung ist ein Teil des Begleitprogramms der Sonderausstellung Humanism in China. Ein fotografisches Portrait im Ausstellungsjahr China in Dresden in China . Am Kurs können Interessenten zunächst bis zum 30. Mai teilnehmen. Eine Stunde lang bringt Thomas Richter Interessierten die Kunst des Tai Chis bei. Bei nassem Wetter findet die Gesundheits- und Bewegungskunst im Kellergewölbe des Lipsiusbaus statt. Wenn der Kurs zahlreiche Teilnehmer findet, so soll er Ende Juni auch in Pillnitz statt finden. gepostet: 11.04.2008 21:33 Martin the boxer Es ist so schwierig eine Bewegungskunst in Worte zu fassen. Heute und hier ist es gelungen. Viel Geduld weiterhin wünsche ich auf dem Wege zur Meisterschaft, wo wir alle Eitelkeit hinter uns fallen lassen.
art-das Kunstmagazin schreibt u.a. am 11.04. 2008: „Tai Chi statt Tibet“ …Ein kalter, feuchter Aprilmorgen auf der Brühlschen Terrasse in Dresden: Ein Tai-Chi-Meister im hellblauen Kittel gibt eine Gruppenstunde in asiatischer Bewegungskultur.
…Als Rahmenprogramm der Ausstellung "Humanism in China" soll das Tai-Chi-Angebot Besucher in die umfangreiche Präsentation von Dokumentarfotografie aus dem Reich der Mitte locken. …“
weitere Presse-veröffentlichungen in der Sächsischen Zeitung, Focus-Online, & SAX-das Dresdner Stadtmagazin
Weitere Veranstaltungen mit Tai Chi zum China-Jahr waren u.a.:FAMILIENTAG ZUM ELBHANGFEST Chinesischer Sommer Programm: Bildgespräche und Führungen// Tai Chi zum Mitmachen// Kung Fu zum Anschauen// Fremde Klänge: Chinesische Klangkunst// Kalligraphie-Workshop// Angebote für Kinder FAMILIENTAG zur „Kleinen Hitze “ Programm: Bildgespräche und Führungen durch die Ausstellung // Tuschewerkstatt mit Fu Rao // Kampfkunst zum Anschauen// Fremde Klänge zum Anhören // Chinesische Märchen und Gedichte – und weitere Überraschungen MUSEUMSSOMMERNACHT Ein chinesischer Sommerabend voller Überaschungen Live-Auftritt „Bagua Taijiquan & Wushu“ mit Udo Werner & Thomas Richter
WANDERTAG Geführte Dao -Wanderung durch die Sächsische Schweiz Mit dem Tai Chi-Lehrer Thomas Richter.
Ferienprogramm für Kinder & Jugendliche Kung Fu im Pillnitzer Garten Vier -Tages-Workshop für alle ab 10 Jahre Kung Fu auf der Brühlschen Terasse Vier -Tages-Workshop für alle ab 10 Jahre … aus sage und schreibe 66 Programm-Punkte ( !!! ) zum China-Jahr von März-September 2008…
|